Montag, 2. Februar 2015

Die Leichtigkeit ist dahin

Anfang Januar, was war ich euphorisch! Alles so leicht alles so locker, Hier der Beweis!
Schluss ist mit der Leichtigkeit. Sie ist weg.
Ich habe so viele Punkte auf meiner Liste stehen, und ich sehe kein Ende. Bei den meisten kann ich mir sagen, gut, ist halt grad stressig, wird aber wieder. Aber in einem Punkt sehe ich kein Land. Ein Erziehungsproblem, oder Teenieproblem - ich weiß es nicht.
Unser Teenie stürzt gerade ziemlich ab, in der Schule durchwegs schlechte Leistungen. Im Privaten keine wirklichen Interessen. Das Einzige was zählt, das Handy. Er steht ständig unter Zugzwang antworten zu müssen, kann sich auf nichts mehr konzentrieren und kann es vor allen Dingen absolut nicht ignorieren. Alles dreht sich nur um dieses Teil. Sämtliche Lösungsvorschläge oder Kompromisse schlägt er aus. Alles was er will ist sein Handy, und das immer.
Und ich steh da und sehe alles den Bach runtergehen. Er ist doch so ein hübscher, toller, intelligenter Teenie. Was soll nur werden?
Auf der Suche nach Tipps von anderen Eltern bin ich ziemlich erfolglos. Sie nehmen das einfach so hin. Sind doch bloß noch drei Jahre bis sie 18 sind, und dann machen sie eh was sie wollen. Es scheint mir, es ist ihnen allen egal. Und mein Sohn wirft mir vor das ich mich zuviel für ihn interessiere. Kannst Du nicht auch so sein wie normale Eltern, die ihren Kindern die Medien frei zur Verfügung stellen,denen die exzessive Nutzung völlig egal ist und denen auch egal ist was sie da machen auf dem Computer?
Nein, das kann ich nicht! Das will ich nicht! 
Viele seiner Freunde sind runter vom Gymnasium, auf die Realschule. Den Bildung ist echt für´n Arsch. Zocken ist die neue Bibel. Whatsappen das neue Telefonieren. Telefonnummern von den Jungs zuhause kennt kein Mensch. Man redet ja nicht miteinander. sondern schreibt.
Wo soll das hinführen?
Aus unseren Kindern werden Menschen die nur noch auf akustische Signale von irgendwelchen Maschinen reagieren. Das kann doch nicht sein. 
Da rennt man lieber erst zum Handy weil es piept, anstatt die kleine heulende Schwester aufzuheben, die gerade eben gestürzt ist.
Sollen den wirklich gefühllose, ferngesteuerte Roboter aus unseren Jungs werden?
Ich stehe da, ziemlich alleine auf verlorenem Posten. Alle nicken wissend wenn ich die Probleme schildere, doch keiner kann mir nen Rat geben oder verändert irgendetwas bei seinem Kind. Sie haben aufgegeben.
Ich will nicht aufgeben!
Am Mittwoch habe ich einen Termin bei einer Erziehungsberatung. Bin ja mal gespannt ob die mir weiterhelfen können.

So einen dicken Panzer hätte ich grade gerne, dann würde vielleicht so Manches von mir abprallen und mir nicht so schwer zu schaffen machen!


Eure frustrierte Katrin













Kommentare:

  1. Lass dich mal tröstend umarmen......
    Gute Ratschläge habe ich keine.... Weil ich dich und deine Jungmenschen ja auch nicht wirklich kenne.
    Bei Tigerherz (16) hat geholfen, dass wir ihm die Folgen von lernen und nicht lernen im Bezug auf seine Chancen im Leben aufzeigen konnten. Ein lichtet Moment, der viel gebracht hat.
    Was immer richtig ist, liebe sie, lache mit ihnen und vertraue darauf, dass sie ein gutes Vorbild in Euch als Eltern habt....
    Ich wünsche dir ganz viel Liebe und Geduld beim Aufwachsen deiner Söhne! Sie sind jede Diskussion wert, brauchen jede Konfrontation auf ihrem Weg zum Leben. Und sag ihnen, dass du sie liebst, toll findest und stolz auf sie bist!
    Drück dich
    yase

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    1. Du bist ein Schatz! Vielen Dank für Deine aufbauenden Worte!

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    2. In einem Erziehungsseminar wurde mal gesagt: wenn Jugendliche ihre Eltern blöd und/ oder doof finden, ist das ein gutes Zeugnis für die Eltern. Weil Jugendliche so Grenzen und Weisung bekommen, die ihnen gerade nicht passen.
      Aber wichtig sind für das Zusammenleben in der Gesellschaft.
      Wenn Deine Jungs euch Eltern also uncool und nervig finden, ist das eine 2*. Freue dich, und hole tief Luft.... Höre nicht auf, sie zu lieben - auch wenn sie gerade wie eine Wildsau durch die Gegend trampeln. Es sind immernoch die süssen Jungs von vor ein paat Jahren :)
      Und- es wird besser, mit jedem Jahr!
      Kopf hoch - sie sind toll!

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  2. Liebe Katrin,
    wir haben die Phase schon inzwischen durch. Ich sage Dir nicht, es wird einfacher, ABER!
    Erziehen lohnt sich - das zeigt sich heute immer wieder! Ich habe mal gelesen: Mutter sein, ist nichts für Sissis! Wo kann ich unterschreiben?!
    Ich fand es wichtig - und das wären auch meine Ideen für Dich - dran zu bleiben, sich nur begrenzt an anderen Eltern ausrichten, nur Regel einführen, die wirklich von Dir auch durchgezogen werden (= mit allen Konsequenzen) und nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.
    Versuche, dem Handy Komkurrenz zu machen: Ausflüge, Kino, Sport. Und zu akzeptieren, dass auf der anderen Seite eine neue Generation heranwächst, die einfach ein anderes Verhältnis zu Technik hat, auch mal im Kleinen über Deinen Schatten springen.

    Ganz lieben Gruß und Kopf koch

    Britta

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    1. Ich möchte auch meinen Weg gehen, mich für mein Kind interessieren und teilnehmen an seinem Leben. Und das mit dem Akzeptieren, das muss ich noch lernen. Danke für den Anstoß!

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  3. Liebe Katrin,
    mit viel Interesse habe ich gestern deinen kleinen Erfahrungsbericht gelesen - Kopf hoch - ich glaube viele Eltern befinden sich heute in der gleichen oder einer ähnlichen Situation. So wirklich mitreden kann ich da leider nicht - meine Zwerge sind dafür noch zu klein und ich habe jetzt schon manchmal Angst vor dem was da noch so alles auf uns zu kommt.
    Vielleicht bringt ja ein "kalter Entzug" mal ein bisschen Linderung - das ist hart - keine Frage, aber damit dein Spross seine Umwelt, Familie und andere Dinge wieder richtig wahrnimmt wäre das vielleicht die einzige Alternative.
    Vielleicht muss er einfach wieder neu lernen, den Menschen (wie seine Schwester z.B.) als "Zelle Mensch" und nicht als Gegenstand zu betrachten.
    Das was Britta schreibt finde ich sehr gut - mach das als Alternative. Vielleicht muss er den Umgang mit der wirklichen Kommunikation auch einfach mal ganz neu begreifen - in der heutigen Zeit wahrscheinlich viel zu "old-school" aber wie wäre es dann mal mit "Freunde anrufen" anstatt mit ihnen zu texten. Ich selbst ertappe mich auch zu oft dabei, schnell mal eine "WhatsApp" zu schreiben als mein Gegenüber kurz anzurufen - und wenn ich das meinen Kindern jetzt schon so vormache - wie sollen sie es dann anders lernen. Ich denke das ist in der heutigen Zeit eine große Herausforderung für uns als Eltern.
    Ein tolles Buch ist übrigens dieses hier von Michael Winterhoff `Warum unsere Kinder Tyrannen werden: Oder: Die Abschaffung der Kindheit` (gibt es auch als Hörbuch). Vielleicht hilft es Dir ja.
    Ganz liebe Grüße und viel Erfolg!! Würde mich freuen später mal zu lesen, was aus der momentanen Situation geworden ist.

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    1. Danke für Deine Meinung. Im kalten Entzug befinden wir uns, und das seit drei Wochen. Ich habe Erfahrung mit Suchtkranken, und ich muss sagen, es ist wirklich grausam. Genauso grausam wie mit "echten" Drogen. Seit drei Wochen verfolgt mich ein Schatten, egal wo ich bin, und will sein Handy haben. Unerträglich! Ich bin gespannt wie es weitergeht!

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  4. Das ist schwer! Wie ging es weiter?
    Ich hab eine fast 16jährige Tochter. Auch sie liebt das Handy, und das was man damit tun kann.
    Ich hab sie lieb, ich fahr in die Bücherei mit ihr, wir spielen Karten, der Papa und ich ... Ja, es funktioniert. Sie kommt und sagt: "Eine Runde mach ich mit!" ... und sitzt dann zwei Stunden später auch noch lachend, erzählend bei uns ...
    Wir machen Ausflüge, am liebsten dort hin wo das Handynetz ganz schlecht ist ... :-)
    Doch, ich bin überzeugt, dass mit lieb haben am meisten erreicht werden kann. Und mit Nerven und Kraft für Eltern, denn auch sie hat Stunden in denen wir alles abkriegen wovon wir gar nicht wussten dass es sowas gibt, ABER in ihren Augen sind wir Eltern schuld, und doof und was weiss ich noch alles!
    Nachtragend sind wir auch nicht. Bei unserer S. wäre es falsch, die alten Verfehlungen wieder anzusprechen. Ja, sogar die schlimmen Noten etc. Auch da, kommt sie von selber und erzählt. Nun hat sie ein Ziel, eine neue Schule die sie unbedingt machen will. Sie weiss aufeinmal von selber wieder, dass sie Lernen muss um die Mittl.Reife gut zu schreiben!
    Ich hab drei grosse Kinder, ich kann Dir mit Überzeugung sagen. Es wird wieder einfacher! Nur wann, das weiss ich auch nicht
    herzliche Grüsse
    Elisabeth

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Ich freue mich von Euch zu lesen!